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The Bastard Operator from Hell
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Grisu



Anmeldedatum: 20.06.2007
Beiträge: 1099
Modell: MCV Lauréate 1.6 16V Marineblau beinahe alle Extras

Beitrag Verfasst am: 08.10.2007, 21:44     Titel:  
Die Original-Bastard-Operator-Geschichten von 1996
Autor: Simon Travaglia
Übersetzer: Thomas Weidauer


Wo findet man einen PJ, wenn man einen braucht? Es ist eine echte
Herausforderung, doch ...
Ein trauriger Tag für die Netzwerk-Abteilung. Der PJ hat sich leider entschlossen,
unsere Firma zu verlassen. Offenbar gibt es Wiesen die grüner sind und anziehender
auf die Jungen und Ahnungslosen wirken. Er hat eine Stelle als Netzwerk-Betreuer
eines Unternehmens aus der Öl-Branche angenommen, wo die Kollegen annehmbar
sind und die Bezahlung vielversprechend ist.
Mit einem Anflug von Sentimentalität in seinem Blick holt er zwei Wochen nach
seiner Kündigung seine Sachen. In diesen zwei Wochen lief der Chef mit dem
wohlbekannten Ausdruck ständigen Verfolgungswahns herum.
Offensichtlich hat ein ´Druckfehler´ im Online-Rufnummernverzeichnis die Anzahl
der Fehlverbindungen zu seinem Anschluß dramatisch erhöht. Und auch die
Änderung seiner Nummer konnte das Problem nicht lösen. Die Erkenntnis, daß er für
eine Versetzung nach Wales nicht nur im Gespräch, sondern auch noch dafür
ausgewählt wurde, führte zusätzlich noch zu einigen verzwickten und langwierigen
Streitereien, die ihn für einige Tage beschäftigten.
Die Vorstellungsgespräche für den Nachfolger des PJ beginnen, und es ist
offensichtlich, daß das Niveau der Bewerber nicht gerade an das des echten PJ
heranreicht.
Ich: "Ein Nutzer beschwert sich über die Geschwindigkeit im Netzwerk. Werden sie
das Problem suchen oder den Netzwerk-Port des Nutzers sperren?"
Sie: "Ich such ..."
Ich: "Danke, sie werden von uns hören. Nächster!"
Ich: "Es ist 16:54 Uhr am Freitag und ein Nutzer ruft mit einer Frage zu TCP/IP an.
Was werden sie tun?"
Sie: "Die Frage beantworten?"
Ich: "Verzwickte Frage. Sie beantworten niemals an einem Freitag eine Anfrage
nach 15 Uhr! Selbst WENN sie noch bei der Arbeit sind! NÄCHSTER!"
Ich: "Sie bemerken, daß die Firmware des Routers seit einigen Revisionen nicht mehr
aktuell ist. Was tun sie: Füllen sie ein Austausch-Beantragungs-Formular aus,
sorgen für die Sicherung der alten Eproms oder bestellen gleich die neue
Firmware-Version?"
Sie: "Die neue Version bestellen?"
Ich: "Nein. Sie lassen den Router alle drei Stunden abstürzen, bis der Chef sie
anfleht, die Firmware so schnell wie möglich zu aktualisieren, was zu vier
Überstunden mit doppeltem Stundensatz führt! NÄCHSTER!"
Nach zwei Tagen mit Vorstellungsgesprächen entscheidet der Chef sich dazu, selbst
einen Bewerber auszuwählen. Erwartungsgemäß entscheidet er sich für Ronald, den
schlimmsten annehmbaren Bewerber, einen mit offensichtlichen Problemen seiner
Auffassungsgabe. Und natürlich werden die Nutzer ihn lieben, was immer ein
deutliches Warnzeichen ist. Ich mache das beste aus der Situation bis ich einen Plan
habe.
"In Ordnung, Ron, ich zeige ihnen ihr ..."
"Nein, Ronald, nicht Ron."
"Ja." Ich mache mir in Gedanken eine Notiz, daß ich die Platten des Bodenbelags ein
wenig lockern muß ...
Dann bereite ich ihn auf seine neue Karriere im Netzwerk-Service vor, indem ich ihn
den Staub aus den Kabelschächten entfernen lasse.
Zwei Tage und einen Unfall im Kabelschacht später fängt Gerald als neuester PJ an.
Ein kindischer Typ, doch immerhin ist er unfreundlich zu unseren Kunden. Trotzdem,
ihm fehlt der richtige Killerinstinkt, der die Profis von den Amateuren unterscheidet.
Und im fehlt auch der technische Verstand, nicht mit dem Regenmantel mit den
großen Metall-Verschlüssen auf das Dach zu steigen, um während eines Gewitters
die ´Satellitenschüssel zu kalibrieren´. Ups. Aber Hautverbrennungen verheilen ja
recht schnell.
Gerald folgt dem Beispiel Ronalds, indem er sich in einen langen Erholungsurlaub
verabschiedet, so daß ich die Festung allein verteidigen muß. Es geht hektisch zu,
denn die Anzahl der Anrufe, die ich annehmen kann während ich mit dem alten PJ
Netzwerk-Doom über das Internet spiele, ist begrenzt.
Gleichzeitig scheint es schwierig zu werden, Bewerber für den Posten des PJ zu
finden. Beinahe unmöglich, um es genau zu sagen. Es hat sich wohl
herumgesprochen, daß es sicherer ist, mit laufenden Motorsägen auf einem Einrad
balancierend zu jonglieren, als bei uns zu arbeiten, so daß die Bewerber in Scharen
einen Bogen um unser Angebot machen.
Da ich arbeitsmäßig überlastet bin, komme ich nicht dazu, die vielen Netzwerkfehler
zu beseitigen, die uns plagen - zum Beispiel den Netzanschluß des Chefs, der sich
plötzlich wie ein unterbrochener Stromkreis verhält. Zum Glück bin ich immerhin in
der Lage, ihm als Interims-Lösung aus meinem Bestand ein 2400er Modem zu
leihen. Bei 2400 Baud brummt sein File-Server natürlich mächtig. Ganz zu
schweigen vom Netzteil des Modems, das soviel Strom frißt, daß nach dem
Einschalten des Modems die Lampen in seinem Büro weniger hell leuchten.
Der Chef sieht keinen anderen Ausweg mehr, als ich ihm einen Vorschlag mache.
Wenn er eine ansprechende Prämie und einen entsprechenden Lohn anbietet, dann
könne ich ihm einen Ersatz für den PJ beschaffen, erkläre ich ihm.
Der Chef greift nach dem rettenden Strohhalm und nennt zwei akzeptable Zahlen. Ich
rufe den PJ an und mache ihm ein unwiderstehliches Angebot.
Dem er auch nicht widerstehen kann.
Einen Tag später hat der PJ seinen Urlaub beendet und eine kräftige Lohnerhöhung in
der Tasche. Was der Chef nicht weiß, kann ihn auch nicht ärgern. Vorerst.
Als ich später dem PJ die Hand schüttle, dringt ein lauter Schrei zu uns.
Ich LIEBE dieses Geschäft. ehen", stöhnt der PJ, als uns die versteckte Kamera nur den
Hinterkopf des Abteilungsleiters zeigt.
"Nicht mit dieser Kamera", gebe ich zurück, "aber mit dieser haben wir..." <Klick!>
"... eine komplette Frontalansicht!"
Natürlich zeigt die in der Lampe versteckte Kamera alles, was wir sehen wollen.
"Warum haben wir dann die andere Kamera installiert?" fragt der PJ verwirrt.
"Ein Köder. Der Chef war dabei, den Raum zu kontrollieren, also wollte ich, daß er
diese eine Kamera findet."
"Warum?"
"Nun, wenn sie sich den Raum aufmerksam anschauen, sehen sie, daß es nur einen
einzigen Platz gibt, den die Kamera nicht einsehen kann und wo er zugleich den
Unwissenden spielen kann."
"Raffiniert ..."
"Doppelt raffiniert", füge ich geheimnisvoll hinzu.
Die Nachgebenden spielend geben wir dem Abteilungsleiter die Passwörter und
ändern sie am nächsten Tag, nachdem er sie zuvor erfolgreich überprüft hat. Um den
Einsatz noch ein wenig zu erhöhen, lassen wir uns vom Geschäftsführer in dessen
Lieblingsprojekt, ein Videokonferenzsystem, einspannen, damit der Abteilungsleiter
uns nicht "dringend zu einer Besprechung rufen" kann, wenn er herausfindet, daß wir
die Passwörte wieder geändert haben ...
"Wie stehen die Dinge?" fragt der Geschäftsführer wohlwollend.
"Großartig, Sir", schwärmt der PJ.
"Morgen sollten wir fertig sein", ergänze ich, als ich die Kameras mit der
Multiplex-Einheit verbinde - der Multiplexer hat ungefähr soviel gekostet, wie mir
im Vierteljahr zur Verfügung steht -, die der Abteilungsleiter empfohlen hatte,
nachdem er vom Verkäufer zu einem Zweitagesausflug nach Brighton eingeladen
wurde, der mit seiner Verhaftung in einem Pub endete, weil er einem der Mädchen
seine Interpretation der größten Sehenswürdigkeit vom Trafalgar Square gezeigt
hatte ...
Ich schicke ein paar Testbilder durch die Maschine und zeige dem Geschäftsführer,
wie die Bilder in unseren überseeischen Filialen ankommen.
"Die Bilder sehen dann ungefähr so aus", sage ich. "Für jeden Teilnehmer gibt es
eins. Die Kamera wird aktiviert, wenn sie sich in den Sessel setzen."
"Und das funktioniert alles wirklich so einfach?" fragt der Geschäftsführer und kann
dabei seine Freude, selbst im Firmen-TV zu sein, kaum unterdrücken.
"Es könnte ein paar kleinere Probleme geben, doch ich bin sicher, daß mein Lehrling
und ich in der Lage sind, sie zu finden und zu beseitigen. Das meiste müßte
problemlos funktionieren, höchstens bei den Außenstellen in Rom und Florida könnte
es im Sommer zu solaren Interferenzen kommen.
Der Geschäftsführer riecht den Braten vielleicht, doch er will nicht riskieren, sein
Lieblingsspielzeug zu verlieren. "Natürlich werde ich ihren Abteilungsleiter
entsprechend informieren."
Eine Stunde später sitzen wir im Büro unsere Abteilungsleiters, der vor hilfloser Wut
kocht.
"Oh! Haben wir vergessen, sie über die Passwortänderung zu unterrichten? Und über
die Videokonferenz? Machen sie sich eine Notiz für die Zukunft", wende ich mich an
den PJ.
Der Abteilungsleiter kocht noch mehr.
Drei Stunden später haben wir ein paar Biere gekippt und teilen Freizeit durch das
Ziehen von Strohhalmen auf. Ich meine natürlich Aufgaben.
Zwei Stunden danach sind wir im Getränkeladen und kaufen zwei Kisten Gin, die wir
im Schutz der Dunkelheit später in das graue Ungetüm von einem Safe schmuggeln.
"Warum tun wir das?" will der PJ wissen.
Ich sage nichts, sondern springe in die Höhe und lande schwer wieder auf dem
Boden. Ein Knirschen des Bodens unter dem Safe klärt ihn auf und er macht mit.
Sekunden später klingt es, als fiele ein schwerer Safe nach unten.
Am nächsten Morgen können wir zusehen, wie der Abteilungsleiter seine Sachen
packt. Der PJ philosophiert dabei über die seltsamen Zufälle des Lebens. "Wissen
sie, er wäre vielleicht davongekommen, wenn der Safe nicht auf dem
Video-Multiplexer gelandet wäre ..."
"Ja", antworte ich, "was für ein unglücklicher Zufall. Vielleicht war es sogar das
Buch mit den Passwörtern, das dem Kamel schließlich das Rückgrat gebrochen
hat ..."
_________________
Gruß Grisu

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Grisu



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Beitrag Verfasst am: 08.10.2007, 21:45     Titel:  
Die Original-Bastard-Operator-Geschichten von 1996
Autor: Simon Travaglia
Übersetzer: Thomas Weidauer


Der süße Duft des Erfolgs umgibt den siegreichen B.O.F.H. ...
Es ist ein großartiger Tag in Südfrankreich, insbesondere nachdem mein Zimmer im
L´Hotel Ambassadeur irgendwie mehrfach vergeben wurde, und sie mir deshalb eine
Suite mit mehr Räumen zu Verfügung gestellt haben, als mein Chef sie sich jemals
leisten könnte. Die Unterschriften für mein Teilnahmeformular waren kein Problem.
Ich wußte doch, daß die elektronische Signier-Einheit unseres Faxservers für
irgendetwas gut ist. Und daher bin ich nun hier, um meinen Preis entgegenzunehmen.
Gut, es gibt noch ein halbes Dutzend anderer Finalisten, aber ich habe die dunkle
Vorahnung, daß es in der nächsten Zeit ein paar Unfälle geben könnte.
Beim Dinner zur Preisverleihung, das ein sogenannter Entertainer mit billigen Witzen
begleitet, treffe ich auf eine recht hübsche Werbefrau, die von den modernen
Netzwerktechnologien fasziniert zu sein scheint.
"Also haben sie wirklich ihren ATM-Backbone auf 827 Mbps aufgerüstet?"
"Natürlich nur, um das Netzwerk zu testen. Wir können etwas, das so schne ...
ähm ... neu und noch in der Entwicklung ist, natürlich noch nicht für die Benutzer
freigeben."
"Natürlich. Wie messen sie denn den Datendurchsatz?"
"Doom II auf einem halben Dutzend SGI Challenge-Rechnern. Wir erreichen etwas
45.000 pps."
"45.000 Pakete pro Sekunde klingt nicht sehr schnell." Diese Frau aus der Werbung
scheint zu wissen, wie schnell ein Netzwerk sein sollte ...
Eine geradezu unheimliche Vorstellung.
"Nein, es geht um Punkte pro Sekunde. In Doom bekommt man keine Datenpakete,
wenn man jemanden getötet hat, müssen sie wissen."
"Ach so. Sie müssen aber ein großes Budget im Jahr habe, wenn sie allein sechs SGI
Challenges für ihr Testnetzwerk verwenden."
"Nun, also, wissen sie, die werden für das Videokonferenzsystem des
Geschäftsführers gebraucht; wir haben sie mit dem Geld der Versicherung gekauft,
das wir nach dem Unfall mit den Pentium 75-Rechnern des ersten
Videokonferenzsystems bekommen haben."
"Da gibt es doch noch immer einen Kostenunterschied."
"Nun, wir haben eine sehr zuvorkommende Versicherung." Und ein noch viel
schöneres Heimvideo von einer Aufsichtsratskonferenz in Amsterdam.
"Sehr schön. Ich vermute, sie haben erzählt, sie müßten die Taktfrequenz der
Challenges prüfen und ihre ATM-Karten optimieren, was sie zu ´Testobjekten´ für
ein oder zwei Monate macht."
Diese Frau weiß, worum es geht. Ich bin beinahe beeindruckt ...
"Nun, ja, aber das Testen ist eine sehr komplexe Arbeit, die wohl etwas länger als
ein paar Monate dauern wird ... 2004 dürfte ein gutes Jahr für das Testende sein,
schätze ich."
"Sie sind ein gerissener Hund!"
Sie begreift schnell. Als wir weiterplaudern, wird eine TV-Persönlichkeit (ein
Widerspruch in sich) vorgestellt und ihr ein goldener Umschlag zum Öffnen
überreicht. Er schafft es, den Umschlag ohne weitere Instruktionen zu öffnen ...
"Und der Gewinner ist ..."
Am Gewinnertisch treffe ich meine Freundin aus der Werbung wieder; tierisch, diese
Anziehungskraft, die von mir ausgeht. Sie scheint von meinem Sieg überrascht zu
sein.
"Wie haben sie das gemacht? Ich muß zugeben, daß ich nicht damit gerechnet habe,
daß gerade sie den Preis bekommen, wenn man ihre unkonventionellen Ansichten
zum Management von Netzwerken bedenkt. Haben sie den Computer der
Schiedsrichter irgendwie gehackt?"
Hacken? Sie ist offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand - niemand mit etwas
Selbstachtung würde sich heutzutage selbst als Hacker bezeichnen, es sei denn, er
besäße einen wirklich widerlichen Anorak. Ich bestelle noch ein paar Drinks (von der
teuren Sorte, natürlich - ich kenne selbstverständlich bereits das Root-Passwort für
das Hotelnetzwerk und, nicht zu vergessen, die Zimmernummer des alten
Entertainers, der uns beim Dinner so genervt hat), hole tief Luft und erkläre es ihr.
"Nein, ich habe nichts _gehackt_ ... (Ich brauche all meine Kraft, um dieses
schlimme Wort auszusprechen.) Wie auch immer, die Kandidatenlisten und all die
anderen Sachen mußten mittels anderer Hardware bearbeitet werden, denn sie waren
auch nicht über das Hotel-LAN erreichbar."
"Mit Hardware?"
"Mit einem Kugelschreiber und einem Blatt Papier. Diese Schiedsrichter haben
immer Ärger mit der Technik."
"Ach so, _diese_ Hardware."
"Genau. Übrigens mußte ich gar nichts hacken; alle bis auf einen meiner Mitbewerber
schieden im letzten Moment aus. Nun, einige von ihnen hätten es bestimmt nicht
getan, wenn sie nicht in ihrer gestrigen Post diese komischen Polaroids gefunden
hätten."
"Was, sie haben sich _ALLE_ ein wenig danebenbenommen?"
"Zwei von sechs, ja - das ist eine unvermeidliche Nebenwirkung, wenn man so viel
Zeit in heißen Ländern auf Netzwerk-Messen und Konferenzen verbringt."
"Was ist mit den anderen?"
"Ganz einfach. Einer von ihnen arbeitet für ein Unternehmen, das diese
Preisverleihung finanziell unterstützt. Und die anderen, nun, einer besitzt nun die
Kopie eines Fahrzeugbriefes und der andere wurde nach einem unerklärlichen
anonymen Anruf gefeuert und seine Nominierung von seinen jetzt ehemaligen
Kollegen zurückgenommen." Ich muß den PJ für eine Lohnerhöhung vorschlagen - er
hat diese Anrufe übernommen, ohne mich damit zu belästigen.
"Interessant. Was steckt hinter der Sache mit dem Fahrzeugbrief?"
"Oh, irgend etwas, das mit dem Verschwinden eines Betriebs-Rolls Royce und
einem bekannten Autoschieber zu tun hat."
"Faszinierend. Sie sind wirklich ein Schweinehund!"
"Natürlich. Es hat mich allerdings einige Zeit gekostet, perfekt zu werden."
"Und was ist mit dem Konkurrenten, der nicht aufgab?"
"Oh, den habe ich fair und ehrlich geschlagen. Die Worte im Empfehlungsschreiben
meines Chefs waren einfach schmeichelhafter als die seines Chefs." Zumindest
waren sie das, _nachdem_ die Empfehlung in einem Abteil des Zuges nach
Doncaster in der vergangenen Woche in die Geldtasche des Obersten
Schiedsrichters wanderte.
"Was passiert nun?"
"Zurück zur Arbeit, eine nette Lohnerhöhung für die Steigerung des Ansehens der
Firma, ein Dank an meine Vertretung dafür, daß die Nutzer während meiner
Abwesenheit nicht zu übermütig wurden und dann noch ein gelegentliches Gespräch
nach einem Dinner mit einer fünfstelligen Rechnung."
"Was wäre, wenn jemand etwas über den Betrug verlauten läßt?"
"Oh, darüber muß ich mir keine Sorgen machen."
"Wirklich nicht?" Ich mag das Leuchten in ihren Augen und den Klang ihrer Stimme
nicht. "Was würden sie sagen, wenn ich dieses Gespräch auf Band mitgeschnitten
hätte?"
"Ich würde sagen, daß das Diktiergerät in ihrer Tasche keinen Aufnahmeknopf hat,
also haben sie ein leeres Band. Und wenn ich gerade dabei bin, was würden sie dazu
sagen, daß in ihrem Zimmertelefon eine Wanze eingebaut ist? Nun, wie waren doch
gleich die Namen..." Ich klopfe auf meine Tasche und höre den beruhigenden Klang
einer Kassette in einer Plastikhülle.
Augenblicklich verliert sie ihren Sinn für Humor, dreht sich um und verschwindet
schmollend.
Meine Mutter hatte Recht ... man sollte niemandem aus der Werbebranche trauen.
_________________
Gruß Grisu

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Grisu



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Modell: MCV Lauréate 1.6 16V Marineblau beinahe alle Extras

Beitrag Verfasst am: 08.10.2007, 21:46     Titel:  
Die Original-Bastard-Operator-Geschichten von 1996
Autor: Simon Travaglia
Übersetzer: Thomas Weidauer


Auf der Suche nach neuen Herausforderungen setzt der B.O.F.H. alles auf eine
Karte ...
Der Chef ist etwas zurückhaltend, wenn es um meinen Lohn geht. Deshalb
beschließe ich, mich ein wenig umzusehen und eine Arbeitsvermittlung
einzuschalten. Meine einzige Befürchtung ist, daß ich tatsächlich einen neuen
Arbeitsplatz finden könnte, wenn ich einen guten Arbeitsvermittler treffe. Denn das
ist ja nicht das Ziel dieser Übung. Ich will nur, daß der Chef zusammenzuckt, wenn
ich wieder einmal eine Lohnerhöhung fordere.
Ich überlege, welche Aussichten ich habe und strecke meine Fühler aus, um Kontakt
mit ein paar Vermittlungsagenturen aufzunehmen. Ich nehme welche von der Sorte,
die den Lebenslauf erst einmal ´überarbeiten´, bevor sie ihn an einen möglichen
Arbeitgeber faxen.
Dinge wie ´Ich habe einmal mit DOS gearbeitet´ und ´Ich kann meinen Bildschirm
allein einschalten´ werden zu ´Hat DOS neu geschrieben´ und ´Ausführliches
Hintergrundwissen zum Hardware-Support´.
Ich erwarte das Schlimmste und bekomme es. Ich treffe meinen Arbeitsvermittler in
einem Pub, wo er mir ein Bier spendiert, um zu beweisen, daß er wirklich mein Freund
ist und nicht nur einen kriminell hohen Anteil von meinem zukünftigen Lohn haben
will.
"Also", sagt mein ganz persönlicher, erfahrener Vermittler, der die Computerbranche
wie seine Westentasche kennt. "Sie suchen also eine Stelle im Netzwerkbereich?"
"Ja."
"Welche Erfahrungen haben sie?"
Ich gebe ihm einen kurzen Überblick über die vergangenen zehn Jahre.
"Ausgezeichnet. Und haben sie auch Erfahrung mit DOS?"
"Wieso?"
"Nun, wir haben im Moment ein ausgezeichnetes Angebot für einen DOS-Berater."
"Und meinen sie, daß das etwas mit Netzwerken zu tun hat?" frage ich leicht
verärgert.
"Also, nicht genau. Am Anfang wird es eher mit einer Hotline zu tun haben."
"Ich bin nicht interessiert. Ich bin ein Netzwerker, kein Programmspezialist und ganz
sicher kein Mensch für den Support."
"Ah. Na gut, es war ja nur so ein Gedanke. Was ist mit VAX/VMS?"
(IBM-Großrechner [thomas w.])
"DECNet? TCP/IP? Und habe ich schon CI erwähnt?"
"Nein, eher in Richtung Cobol-Programmierung. Großartige Stelle. In Milton Ke ..."
"Nein."
"Sehr gute Bezahlung ..."
"Wenn ich Interesse daran hätte in Cobol zu programmieren, hätte ich das auch
gesagt. Habe ich aber nicht. Ich sagte ´Netzwerke´."
"Natürlich haben sie das. Könnte die Reparatur von Hardware sie interessieren?"
"Was für Hardware?"
"Hauptsächlich defekte Terminals. Aber wenn sie funktionieren, sind sie mit einem
Terminal-Server verbunden, der in ein Netzwerk ..." schreit er als ich den Pub
verlasse. Das Bier habe ich nur zur Hälfte getrunken.
Der Chef spielt inzwischen mein Spiel und hat seinerseits ein paar Arbeitsvermittler
kontaktiert. Offensichtlich hat er vor, mir zu beweisen, wie leicht es ist, einen Ersatz
für mich zu finden. Es ist traurig, wie manche Menschen sich der Selbsttäuschung
hingeben.
Die nächsten Tage verbringe ich damit, die Arbeit einer Sekretärin zu machen: Daten
eingeben, Bänder abtippen etc. Ich mag das gar nicht. Schließlich kommt ein Angebot
von der letzten Arbeitsvermittlung, in dem eine Summe geboten wird, die dem Chef
Tränen in die Augen treiben würde. Ich vertiefe mich in die Details und denke über
sie nach, als der Chef hereinkommt.
"Ich werde es annehmen", sage ich, als der Chef heimlich mitlesen will.
"Was annehmen?" fragt er.
"Die Stelle, die mir gerade angeboten wird", erwidere ich lächelnd.
Er blüht unter dem Druck richtig auf und antwortet: "Und das genau zum richtigen
Zeitpunkt!"
"Wofür? Rechtzeitig zu den Weihnachtseinkäufen?" sage ich, um die Spannung ein
wenig zu erhöhen.
"Nein. Gerade rechtzeitig für uns. Ich habe ihren Nachfolger gefunden!" freut er sich
und schüttelt ein kaum lesbares Fax in der Hand.
"Das meinen sie nicht ernst!" sage ich und zeige auf das Fax. "Darauf kann man ja
kaum etwas erkennen!"
"Muß ich auch nicht", grinst er. "Ich habe die Leute angerufen und die Details
überprüft."
"Sie vertrauen doch nicht etwa DIESER Arbeitsvermittlung!" rufe ich. "Die können
doch weder eine Stellenanzeige richtig veröffentlichen noch einen Computer-Profi
finden."
"Das ist ihr Irrtum!" knurrt der Chef. "Sie HABEN jemanden für mich gefunden. Mit
etwas mehr Erfahrung und er ist nur einen Bruchteil teurer als sie. Und er fängt
schon am heutigen Nachmittag an. SICHERHEITSDIENST!"
Der Augenblick, von dem der Chef seit Monaten träumt, ist gekommen.
"Begleiten sie diesen Herrn nach draußen. Lassen sie ihn nichts berühren und lassen
sie sich seine Schlüssel geben. Er soll auf dem Weg nach draußen mit niemandem
reden. Und löschen sie seinen Namen SOFORT aus der Angestelltenliste! Prüfen sie
seine persönlichen Sachen, ob sich unter ihnen Eigentum der Firma befindet und
händigen sie sie ihm dann aus."
Zufrieden mit sich selbst stolziert er, der John Wayne der Netzwerke, zurück in sein
Büro.
Ich werde auf die Straße begleitet und gebe den Sicherheitsleuten meine Schlüssel.
Ich werfe noch einen kurzen Blick auf das Gebäude, das einmal mein Arbeitsplatz
war und gehe wieder hinein zum Empfang.
<Kling!> "Hallo", lächle ich die Empfangschefin an. "Ich wurde gerade als
Netzwerk-Administrator eingestellt. Könnten sie bitte meinen Vorgesetzten
informieren ..."
Ich kann es kaum erwarten, John Waynes Gesicht zu sehen. Oder meinen neuen
Lohnscheck. Oder die Mitteilung, daß ich als neuer Mitarbeiter erst einmal eine
Woche damit verbringen muß, alle Sicherheitsregeln zu lernen.
_________________
Gruß Grisu

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Grisu



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Beiträge: 1099
Modell: MCV Lauréate 1.6 16V Marineblau beinahe alle Extras

Beitrag Verfasst am: 08.10.2007, 21:46     Titel:  
Die Original-Bastard-Operator-Geschichten von 1996
Autor: Simon Travaglia
Übersetzer: Thomas Weidauer


Mit einer Lohnerhöhung in der Tasche geht der B.O.F.H. auf Nummer sicher und
schockiert den PJ ...
Als neu angestellter Mitarbeiter an meinem alten Arbeitsplatz muß ich die
Regelungen des Arbeitsvertrages erfüllen und nehme daher an einem Sicherheitskurs
teil. Es ist die übliche Routinebelehrung, die Geräte, die nicht benutzt werden,
abzuschalten und so weiter - Kinderkram.
"Kann mir jemand sagen, was das ist?" fragt der Ausbilder und hält ein Stück
Stromkabel mit abgeschabter Isolierung hoch.
"Ein Unfall, der auf seine Chance wartet", schlage ich hilfreich vor.
"Ausgezeichnet! Völlig richtig." ist er begeistert über die bisherige Mitarbeit seines
Publikums.
"Und was ist das?" fragt er, während er ein Stück eines Datenkabels von ähnlichem
Aussehen hochhält.
"Ein Unfall, der auf seine Chance wartet", antworte ich noch einmal.
"Ähm, nun, nicht ganz", gluckst er.
"Doch, wenn sie das Kabel in etwa zwei Zoll Höhe über der dritten Stufe der
ziemlich schlecht beleuchteten Treppe von der sechsten in die fünfte Etage
anbringen."
Die Augen des Ausbilders werden für einen Moment schmal, als er versucht, seinen
Gesichtsausdruck unter Kontrolle zu bringen ...
Erkenntnis spiegelt sich in seinen Zügen wieder.
"Sie haben diesen Kurs schon einmal besucht, oder?"
"Nun, natürlich habe ich das. Aber ich habe das Zertifikat am Ende nicht bekommen.
Niemand scheint es bekommen zu haben; nicht, nachdem sie die Treppe
hinuntergestürzt sind, ihr Schlüsselbein brachen und ihre Ausbildungserlaubnis
verloren. Ich glaube, es war die dritte Stufe, wo sie den Halt verloren, stimmt´s?"
Er knurrt leise, als die Erinnerungen an den Sturz und die Fahrt ins Hospital
wiederkommen; die Erinnerung an seine Warnung vor dem Unfall, daß meine
´Einstecken und hoffen´-Politik nicht mit den Richtlinien der Firma übereinstimme.
Sein Aussehen erinnert mich daran, daß ein ´Vergeben und Vergessen´ noch nicht
zur Firmenpolitik gehört ...
Um auf alles vorbereitet zu sein komme ich etwas früher von der Frühstückspause
zurück und muß feststellen, daß mein Stuhl nicht mehr da steht, wo er stehen sollte.
Ein schneller prüfender Blick läßt mich erkennen, daß einige wichtige Teile fehlen.
Ich schiebe den Stuhl nach hinten und suche mir einen anderen aus.
Da ich noch immer allein bin, schaue ich mir die Präsentation unseres Ausbilders auf
dessen PC an und erlaube mir ein paar kleinere Änderungen an seinen Folien. Als die
anderen zurückkommen, lasse ich mich mit einem lauten ´Plumps´ auf meinen Stuhl
fallen. Ich kann mir nicht helfen, doch der leicht irritierte Ausdruck im Gesicht
unseres Ausbilders entgeht mir nicht, ein Ausdruck, der sich noch verstärkt, als wir
zu seiner Lieblingsfolie kommen. Die Folie, die uns auffordert, im Fahrstuhl nicht in
der Nase zu bohren oder zu essen, wird ein wahrer Publikumserfolg
"Nun, vielen Dank für die Folien", sage ich am Ende des Kurses. "Und ich kann ihnen
versprechen, daß ich diese Folie, die vor dem Rindfleisch im Lift warnt, ganz
besonders beachten werde. Ein wirklich sehr wertvoller Hinweis - einmal etwas
ganz anderes als die üblichen Tips, die Abdeckung von Kabelschächten sorgsam zu
prüfen."
Am nächsten Morgen kommt der Abteilungsleiter mit einem besorgten
Gesichtsausdruck herein.
"Hallo, Simon. Ich habe hier eine Beschwerde über sie."
"Eine Beschwerde! Über ihn! Das kann ich nicht glauben!" ruft der PJ überrascht und
schlägt sich mit der Hand gegen die Stirn. Er übertreibt die Rolle des schockierten
Kollegen ein wenig, muß ich sagen.
"Ja, unser Sicherheitslehrer hat sich darüber beschwert, daß sie die Folien für seinen
Vortrag verändert haben."
"PRÄSENTATIONSFOLIEN VERÄNDERT!" macht der PJ weiter und wird vom
Abteilungsleiter mit einem eiskalten Blick zum Schweigen gebracht.
"Nun, ich habe vielleicht ein paar grammatische Berichtigungen vorgenommen", gebe
ich zu. "Aber ich habe nichts getan, was die Qualität der Präsentation nicht
verbessert hätte. Wie auch immer, wenn das so schlimm ist, kann er doch seine alte
Präsentation mit den Backups wiederherstellen."
"Ja, das war auch unser erster Gedanke - bis wir die fehlende Schutzwand gegen
störende elektrische Felder im Regal für die Backups bemerkten."
Der PJ unterdrückt ein schuldiges Lachen.
"Und die Backups, die wir außerhalb der Firma aufbewahren?" schlage ich vor.
"Ja, aber es scheint ein Problem mit ihnen zu geben", antwortet der Abteilungsleiter.
"Der Inhalt der Bänder scheint nicht mit den Prüfsummenangaben der Barcodes auf
den Hüllen übereinzustimmen."
"Nun, der Barcode-Leser von einem der Bandlaufwerke hat einen Fehler", antworte
ich. "Es ist möglich, daß das Archiv mit der Präsentation auf einem Band mit einer
ähnlichen Prüfsumme zu finden ist."
"Und wie viele Bänder müßten wir prüfen?"
"Etwa 2000 - sie alle haben unglücklicherweise die gleiche Prüfsumme - aber das
ist ein Fehler der Software, den ich ihnen in einer Notiz vor, Moment, ja, vor zwei
Monaten mitteilte."
"Ah, nun, ich sehe keinen Grund, warum er seine Folien nicht noch einmal erstellen
könnte", sagt der Abteilungsleiter, kehrt damit die ganze Sache unter den Teppich
und verläßt unser Büro.
"Gab es diese Notiz wirklich?" fragt der PJ.
"Ja, eine Mitteilung, die ihm die Verantwortung überträgt, mit vielen Fachwörtern am
Anfang, um ihn abzuschrecken. Nun wird er sie lesen und sehen, daß die
Verantwortung bei ihm liegt."
"Und was wird geschehen?"
"Oh, die übliche Vertuschung - ein Anruf in ein paar Minuten, um sich zu
entschuldigen; dann dürfte bald ein verärgerter Sicherheitslehrer durch die Tür da
drüben kommen ..."
Fünfundzwanzig Minuten später ist meine praktische Demonstration der Gefahren,
die von einem Datenkabel, das in etwa einem Zoll Höhe quer über die erste Stufe
einer dunklen Treppe gespannt ist, ausgehen, beendet. Ich greife mir ein
Blanko-Formular, das die Teilnahme an der Sicherheitsbelehrung bestätigt, vom
Stapel, den die Sanitäterin im Treppenhaus zurückgelassen hat, und reiche es dem
PJ, damit er die leeren Felder ausfüllt.
Die Welt der Netzwerke ist wirklich voller Unfälle, die auf ihre Chance lauern.
_________________
Gruß Grisu

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Beitrag Verfasst am: 08.10.2007, 21:47     Titel:  
Die Original-Bastard-Operator-Geschichten von 1996
Autor: Simon Travaglia
Übersetzer: Thomas Weidauer


Der B.O.F.H. leidet unter vorübergehendem Ärger mit den Telefonen ...
"Wir haben eine kleines Problem mit der Rufumleitung", ruft der PJ, als er
hereinkommt und mit Verschwörermiene auf den Raum mit der Telefonanlage deutet.
Ich greife mir den Laptop mit der Diagnosesoftware für die Anlage und folge ihm.
Da ich den Laptop nicht wirklich brauche, lasse ich ihn auf den Boden fallen und
unterziehe alle möglichen Lauschgeräte, die der Chef ´zufällig´ im Raum hinterlassen
haben könnte, einem Belastungstest, indem ich meinen Kugelschreiber in den
Lüfterschlitz der Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) der
Vermittlungsanlage schiebe.
"Wo liegt das Problem?" rufe ich, um die Geräusche eines Kugelschreibers, der von
den besten Ventilatorflügeln im Raum zerlegt wird, zu übertönen.
"Der Chef hat etwas über die 0190er-Nummern herausgefunden", schreit er und
blickt sich gehetzt um, jeden Moment Entdeckung und grausame Bestrafung
erwartend.
Eine kleine Goldgrube, diese Einrichtung. Eine eigentlich simple Idee in der
Theorie - wir leiten einfach die Anrufe für jedes abgeklemmte Telefon in der Firma
zu einer 0190er Nummer weiter, die Ratschläge für die Arbeit mit Computern gibt,
und kassieren dabei als Vermittler kräftig mit.
Tips wie: "Ihr Problem scheint eine unzureichende Belüftung zu sein. Die einzig
mögliche Lösung besteht darin, ihren Computer mit Wasser zu kühlen. Gehen sie zu
einem Springbrunnen ..." und so weiter. Es ist beeindruckend, wie viele Anrufe
jemand bekommt, der gerade die Firma verlassen hat - für 99 Pence je Minute - und
noch beeindruckender ist, wie viele Telefone keine Umleitungssperre haben.
So schnell wie möglich rufe ich die 0190er Leute an und erkläre ihnen widerwillig, daß
wir ihren Service nicht mehr länger brauchen. Das Geld sollen sie auf ein Konto
überweisen, daß ich unter dem wenig bekannten Pseudonym ´Verstorben´ angelegt
habe. Die Zahl, die sie nennen, erfreut den PJ und mich sehr. Offenbar kamen mehr
Anrufe als erwartet.
"Wie konnte der Chef etwas herausfinden?" frage ich.
"Ich befürchte, ich habe einen Tippfehler gemacht und statt einer abgeklemmten
Nummer eine noch genutzte eingegeben", beichtet der PJ mit überzeugendem
Bedauern im Tonfall.
Vergebung ist in Krisenzeiten der Schlüssel zum Erfolg, also schlage ich dem PJ vor,
daß wir so tun, als ob wir die Vermittlungsanlage reparieren bis der Chef kommt.
Minuten später platzt der Chef voller Wut herein, um zu hören, was seine
Lauschgeräte nicht mehr mitbekommen können, und landet stattdessen mit einem
Fuß auf dem Laptop, der am Boden liegt. Seine langsamen Reflexe schaffen es nicht,
den Chef zu bremsen, so daß das Display des Laptops aufspringt, über das er stürzt
und mit dem Gesicht zuerst in das Regal mit der Telefonvermittlungsanlage rast.
Scheußlich.
"Autsch", murmelt der PJ. "Ich wette, daß das verdammt schmerzhaft ist."
Der Blick des Chefs bestätigt diese Vermutung, als er sich langsam aus dem
baumelnden Kabelsalat befreit ...
"Was zum Teufel machen sie hier?" knurrt er und wischt sich mit seinem
Taschentuch über das blutige Gesicht.
"Wir überprüfen nur diesen lärmenden Lüfter. Es sieht ziemlich ernst aus", sage ich
und verpasse dem Ding einen Schlag als Rache für den Ärger in der Vergangenheit.
Sagte ich Vergangheit? Ich meinte eigentlich den aktuellen Ärger. Der Lüfter, der
endlich genug von meinem Kugelschreiber hat, stoppt plötzlich, gibt ein leises ´Klick´
von sich und läuft polternd aus.
"VERDAMMTER MIST!" schreit der Chef, um den automatischen Alarm der USV
zu übertönen, was angesichts der Tatsache, daß dieser Ruf auch durch die Wände
dringen soll, keine schwere Übung für den Chef darstellt - er schreit ja gern.
"SCHALTEN SIE U ... m auf die andere Einheit", vollendet er, als ich die Alarm
abschalte.
"Da haben wir wohl nicht viel Aussicht auf Erfolg", erklärt der PJ und hält die
zerkleinerten Überreste des Laptops mit der Software in den Händen. Offenbar hat
das Gerät in den letzten Sekunden ziemlich viel aushalten müssen.
"Ich bin untröstlich", sagt er. "Aber irgendwer hat wohl ein Kabel auf dem Boden
liegengelassen ..."
Wir schauen den Chef an.
"... über das ich stolperte."
"Zu spät für dieses Ding - holen sie ein anderes!" ruft der Chef, der schon den
Selbstschutz beim nächsten Managertreffen im Auge hat.
"Können wir nicht", werfe ich ein. "Die Sicherheitskopien befinden sich auf einer
defekten Festplatte, die wir aufgrund ihrer Anweisungen nicht ersetzen durften",
füge ich noch hinzu, um die Situation zu meinem Vorteil zu wenden.
"Hu!" murmelt der PJ. "In ihrer Haut möchte ich jetzt nicht stecken. Das wird nicht
gut für ihr Budget aussehen - dieser Totalausfall der Vermittlungstechnik."
"EIN KOMPLETTAUSFALL!?!" keucht der Chef.
"Nun, sie sagten doch, daß wir defekte Teile unserer Vermittlungsanlage durch Teile
der Zentralvermittlung ersetzen sollen, um Kosten zu sparen ..." antworte ich.
Der Chef bekommt ein gehetztes Aussehen.
"In Ordnung. Was wollen sie?"
"Ich denke, daß sie das schon wissen", lächle ich wohlwollend. Oder ist es
übelwollend, ich verwechsle das immer.
Zehn Minuten später halte ich die Telefonrechnungen und die Kopien, die der Chef
angefertigt und in seinem Safe versteckt hatte, in den Händen.
Ich kehre in den Vermittlungsraum zurück, wo die Temperatur der Anlage sich
bedenklich der Ausfalltemperatur genähert hat, und demonstriere, wie leicht es ist,
die elektrische Sicherung eines Lüfters auszutauschen ...
Es ist doch lustig, daß sich manche Dinge immer zum Besten entwickeln, oder?
_________________
Gruß Grisu

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STONES



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Beitrag Verfasst am: 12.01.2008, 16:07     Titel:  
shocked shocked shocked ...

...da bekommt man es ja mit der angst zu tun und hofft, das unser GRISU wirklich "nur" ein KLEINER drachen ist, der feuerwehrmann werden will und nicht so ein "GROSSER TEUFEL" , der uns ..... lol lol lol

hallo grisu, hab noch nicht alle durchgelesen, finde es aber sehr sehr gut!!! allerdings kommt man auch ans überlegen, was ihr so drauf habt und "könntet, wenn ihr wolltet" teufel mega eek gesperrt lol

lese gerne noch die anderen durch und binn gespannt...

hoffe auf etwas milde bei uns!!! ops lol


gruß STONES
_________________
liebe grüße STONES



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Graf Dracula
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Beiträge: 3652
Modell: Laureate 1.5 dCi Limousine & MCV&Duster

Beitrag Verfasst am: 14.01.2008, 01:06     Titel:  
Keine Angst er spuckt kein Feuer und wenn doch sage Bescheid habe einen Speziallöscher! lol lol lol
_________________
Gruß Richard

7. Inter. Dacia Treffen 15.06.2012-17.06.2012
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